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Ostpreußen

Ostpreußen

Die preußische Provinz Ostpreußen war von 1871 bis 1945 der nordöstlichste Landesteil des Deutschen Reiches. Ostpreußen war das Stammland der baltischen Pruzzen und des späteren Königreichs Preußen, in seiner Hauptstadt Königsberg krönte sich 1701 der erste preußische König selbst. Durch seine exponierte Lage vor der russischen Grenze, seine Frontstellung im Ersten Weltkrieg, seine Abtrennung vom übrigen Reichsgebiet durch den Vertrag von Versailles 1919, die Gewaltexzesse bei der Besetzung durch die Rote Armee 1945, Flucht und Vertreibung der Bevölkerung wurde Ostpreußen zum Symbol sowohl für die Nationalisten aller beteiligten Parteien als auch für die Schrecken des Krieges und Verbrechen an der Zivilbevölkerung im Allgemeinen. Gerade an der heutigen Situation dort kann man die fatalen Auswirkungen systematisch geplanter und begangener "ethnischer Säuberungen" erkennen, sowohl auf das kulturelle Erbe als auch auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung. Ostpreußen liegt an der Ostseeküste, zwischen Litauen und Polen, seine nördliche Hälfte bildet heute das russische Kaliningrader Gebiet, die südliche die polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren. Mit einer Fläche von rund 39000 km² hatte Ostpreußen 1939 2,6 Millionen Einwohner und war mit 66,6 Einwohnern je km² vergleichsweise dünn besiedelt. Allein in der Hauptstadt Königsberg lebten damals 372.000 Einwohner. Das ganz im Norden gelegene, recht schmale Memelland, das zur Region Ostpreußen gehört, ist heute litauisch. Da Ostpreußen kein zusammengehöriges politisches Gebiet mehr ist, wird der Begriff „Ostpreußen“ nur noch seltener in den nicht fachspezifischen Medien für die aktuelle Region verwendet, wenn die politische Zugehörigkeit keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt (z. B. in Naturkundefilmen). Als Hymne von Ostpreußen gilt das Ostpreußenlied. Ostpreußenlied

Geschichte

Vorgeschichte

Archäologische Funde bezeugen menschliche Besiedlung an der Südküste der Ostsee seit 2000 v. Chr. 98 n. Chr. berichtete Tacitus in seiner Germania über die Aesti gentes. Allerdings hatte Tacitus diese Gebiete selber nie besucht, und fasste auch alle an der Ostsee (Mare Suebicum) lebenden Stämme (unter anderem Lombarden, Burgunder, Semnonen, Wandalen, Lugier, Silinger, Goten) als Suebi (Schwaben) zusammen, so dass man wenige Einzelheiten zur frühen Geschichte findet. 550 n. Chr. zählt der byzantinische Geschichtsschreiber Jordanes die Aesti zum gotischen Reich. Etwa um 850 n. Chr. spricht ein Bayerischer Geograph von den Brus. Bayerischer Geograph Wulfstan von Haithabu (Schleswig) berichtete in seinen Reiseberichten über das Land und die Leute jener Gegend. Die ostbaltischen Litauer wurden im 11. Jahrhundert erstmals beschrieben, während die Prussen Westbalten waren. Doch erst mit der Zeit der Christianisierung und des damit verbundenen Kirchenbaues fing man lokal an, schriftliche Dokumente zu führen, die detaillierte Informationen enthalten. Die englische Bezeichnung Spruce (Fichte) wird etymologisch auch von Pruce (Preußen) abgeleitet und als Hinweis auf Handel mit Preußen gesehen. Die älteste Verwendung dieses Wortes findet sich vor 1400 in der altenglischen Sprache.

Staatenbildung

Ursprünglich war es das Stammland der Pruzzen (sog. Preußenland) an der Ostseeküste, nördlich des späteren Polen und westlich von Litauen; die südwestliche Grenze war westlich der Weichsel, nordöstlich etwa die Stadt Memel nördlich des Flusses Memel. Das Stammgebiet der Pruzzen ging auch südlich über die Grenzen des Ordensstaates Preußen oder Ostpreußen hinaus. Das von baltischen Stämmen an der Ostseeküste besiedelte Gebiet wurde seit dem 10. Jahrhundert zur Interessensphäre der entstehenden und expandierenden deutschen und polnischen Staaten. Mieszko I., ein Fürst aus dem Hause der Piasten, gab Markgraf Gero und Kaiser Otto I. im zehnten Jahrhundert den Lehnseid und erhielt vom Kaiser und dessen Nachfolger Otto II. und Otto III. Land als Lehen. Die Piasten versuchten nach dem Tode der Kaiser, das kaiserliche Lehen für sich zu behalten und weiteres Land zu erobern. 997 n. Chr. kam Adalbert von Prag mit Soldaten des Piasten Boleslaw I. Chrobry nach Ostpreußen, um die Pruzzen zu unterwerfen. Sie drangen in der Gegend um Danzig bis zur Ostsee vor. Die Pruzzen konnten sich jedoch wehren und die Soldaten Boleslaws zurückdrängen, worüber die Vita Sankt Adalbert berichtet. In der Folgezeit versuchte Polen mehrmals ohne Erfolg, das Siedlungsgebiet der Pruzzen und der Pomeranen (Pommern) zu erobern, um einen Zugang zur Ostsee zu erhalten. Die von Konrad von Masowien ebenfalls unter dem Vorwand der Missionierung durchgeführten Kriegszüge scheiterten am Widerstand der Pruzzen; Teile des eroberten Kulmerlandes konnte er nur kurzzeitig halten. Um eine sichere Nordgrenze zu erreichen, bot Konrad von Masowien dem Deutschen Ritterorden Landrechte im Gegenzug für militärische Unterstützung an. Diese Landrechte wurden 1226 durch den deutschen Kaiser Friedrich II. in der Goldenen Bulle von Rimini und 1234 von Papst Gregor IX. in der Goldenen Bulle von Rieti formell bestätigt.

Der Ordensstaat

Goldenen Bulle von Rieti]] Altpreußen (das spätere Ostpreußen, Ermland und Teile von Westpreußen) bestand im Jahre der Goldenen Bulle von Kaiser Friedrich II. aus den folgenden Gebieten: Schon im Jahre 1224 war Wilhelm von Modena vom Papst zum Legaten für u. a. Preußen und Samland benannt worden. Ab 1226 begann der Deutsche Orden unter Hochmeister Hermann von Salza die Christianisierung Preußens, das durch die Goldene Bulle von Rimini (1226) von Kaiser Friedrich II. und eine päpstliche Bulle von 1234 unter die Herrschaft des Deutschen Ordens gestellt wurde. 1245 teilte der päpstliche Legat Wilhelm von Modena das Preußenland in vier Bistümer ein: Ermland, Kulmerland, Pomesanien und Samland. Die vier Bistümer unterstanden dem Erzbischof von Riga (siehe auch Liste der Erzbischöfe von Riga). Es dauerte jedoch bis 1283, ehe die heidnischen Preußen besiegt waren. Der Orden gewann 1309 auch Pommerellen mit Danzig und konnte das Land gegen die heidnischen Litauer verteidigen. Der erste Bischof Preußens war der Mönch Christian aus dem Zisterzienserkloster Lekno bei Gnesen. Sitz des Ordens war erst Venedig, dann in Preußen die Ordensburg Marienburg, nach der Schutzheiligen des Deutschen Ordens Maria benannt. Nach der Niederlage in der Schlacht bei Tannenberg von 1410 und dem 13 Jahre dauernden Städtekrieg innerhalb Preußens von 1454 bis 1466 verlor der Deutsche Orden Westpreußen und musste die polnische Lehnshoheit Ostpreußens anerkennen. Dieses war jedoch weder vom Papst noch vom Kaiser anerkannt und 1494 erhob Kaiser Maximilian I. den Deutschmeister zum Reichsfürsten. Ermland wurde exemptes eigenständiges Fürstbistum. 1511 wurde Albrecht von Brandenburg-Ansbach-Preußen Hochmeister des Deutschen Ordens. Wie auch die vorherigen Hochmeister verweigerte er dem polnischen König den Lehnseid. Kaiser Maximilian I. schloss im Jahre 1515 auf dem Wiener Fürstentag Verteidigungs- und Heiratsbündnisse mit den Jagiellonen. Albrecht versuchte in einem 4-jährigen Reiterkrieg erfolglos und vom Kaiser im Stich gelassen, die Bindung an Litauen-Polen zu verhindern. Albrecht ging dann ein persönliches Familienbündnis mit seinem Onkel Sigismund I. ein.

Brandenburg-Preußen

Sigismund I. 1525 wurde Preußen ein Herzogtum unter Albrecht von Brandenburg-Ansbach. Der Deutsche Orden setzte einen neuen Hochmeister ein, Walther von Cronberg, welcher aber nicht wie bisher in Königsberg, sondern in Mergentheim seinen Sitz einnahm. 1527 erhielt Cronberg vom Kaiser die Berechtigung, sich Administrator des Hochmeistertums zu nennen. (Noch der Sohn Kaiser Maximilians II. war bis 1618 Administrator Preußens. Dann nannte man das Amt Hoch- und Deutschmeister. Die Hoch-und Deutschmeister des Deutschen Ordens hatten durch den Kaiser seit 1526 den gleichen Stand im Imperium, wie ein Fürstbistum). 1534 wurde Herzog Albrecht unter Bann gesetzt. 1544 gründete Herzog Albrecht die Universität Albertina in Königsberg. Die kulturellen Leistungen in seiner Amtszeit waren die Prutenischen Tafeln, die Erstellung preußischer Landkarten sowie eine Münzreform unter Leitung Nikolaus Kopernikus. In diese Zeit fielen auch die Aufnahme evangelischer Flüchtlinge und besonders die erstmaligen Übersetzungen religiöser Schriften in verschiedene Sprachen der neuen preußischen Bürger aus den Nachbarländern. Nach dem Tode Herzog Albrechts im Jahre 1568 kam dessen fünfzehnjähriger Sohn Albrecht Friedrich an die Regierung; dessen Geisteskrankheit bedingte, dass seit 1577 an seiner Stelle brandenburgische Kurfürsten aus der Linie der Hohenzollern regierten, da sie gemeinsam 1569 das Amt eines Herzog von Preußen geerbt hatten. 1618 endete die preußischen Linie der Hohenzollern, als Albrecht II. starb. Das Herzogtum Preußen (ohne das Fürstbistum Ermland) fiel an die brandenburgische Linie der Hohenzollern, zu diesem Zeitpunkt unter Johann Sigismund. Fortan fanden sich beide Regionen in einem Land wieder, dem späteren (ab 1701) Königreich Preußen. Trotz des Namens lag das Kerngebiet dieses Landes in der Mark Brandenburg.

Königreich Preußen

Nachdem im 18. Jahrhundert Polen aufgeteilt wurde (1772 erste Teilung Polens) und westliche Teile Preußens Friedrich II. huldigten, ordnete der König am 31. Januar 1773 an, die Wiedererwerbungen als Westpreußen und das bisherige Herzogtum Preußen als Ostpreußen zu bezeichnen. Ermland mit Allenstein und Braunsberg,seit Jahren exemtes Fürstbistum in Preußen, kam wieder unter gemeinsame Regierung, die des Königs von Preußen. Hauptstadt Ostpreußens war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Königsberg. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurden Ostpreußen und Westpreußen als Provinzen errichtet. Von 1824 bis 1829 waren sie personell und von 1829 bis 1878 real zur Provinz Preußen vereinigt. 1878 wurde diese wieder geteilt, bis 1919 bildeten die Provinzen Ostpreußen (Hauptstadt: Königsberg) und Westpreußen (Hauptstadt: Danzig) den nordöstlichen Teil des Deutschen Reichs. Durch seine gemeinsame Grenze mit Russland und seine vorgeschobene geographische Lage wurde Ostpreußen im Ersten Weltkrieg zu einem wichtigen Schauplatz der Ostfront, hier lagen die einzigen Gebiete des Reichs, die während des Weltkriegs von fremden Truppen besetzt waren (die verlustreichen Schlachten an der Westfront fanden auf französischem und belgischen Territorium statt). Ostfront]] Der russische Vormarsch wurde in der zweiten Schlacht von Tannenberg zum stehen gebracht, die verantwortlichen Generale Hindenburg und Ludendorff legten hier die Grundlage zu ihrer großen Popularität, die sie während der Weimarer Republik auf unterschiedliche Weise nutzten: Hindenburg als konservativer Reichspräsident, Ludendorff als Putschist und Verbündeter Hitlers.

Der Versailler Vertrag

Mit dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages wurde Westpreußen ohne Volksabstimmung zwischen Polen und der vom Deutschen Reich abgetrennten Freien Stadt Danzig aufgeteilt. Der östliche Restteil wurde der Provinz Ostpreußen als Regierungsbezirk Westpreußen mit Verwaltungssitz in Marienwerder angegliedert, beziehungsweise der neugebildeten Grenzmark Posen-Westpreußen angeschlossen. Am 10. Januar 1920 wurde der südwestliche Teil des Kreises Neidenburg ohne Volksabstimmung an Polen abgetreten. Daraus wurde der neue Kreis Dzialdowo (Soldau) gebildet, der zur polnischen Woiwodschaft Pomerellen trat. Im südlichen Ostpreußen (Masuren) fand 1920 eine Volksabstimmung über die künftige Gebietszugehörigkeit statt. Hintergrund der Volksabstimmung war, dass die Bevölkerungsmehrheit in Masuren neben Deutsch als Verkehrssprache eine eigene slawische Sprache, das „Masurische“ gebrauchte. Deutschland sollte Masuren nach dem Erstentwurf des Versailler Vertrages ohne Volksabstimmung an Polen abtreten. Erst nach Protest der Regierung Ebert einigten sich die Parteien bei den Verhandlungen in Versailles auf eine Volksabstimmung. Die Bewohner konnten bei der Volksabstimmung wählen zwischen den Alternativen Polen und „Ostpreußen“. 97 % der Bewohner entschieden sich dafür, weiterhin zu Ostpreußen gehören zu wollen. Das Memelgebiet, welches gemäß dem Versailler Vertrag ein Freistaat werden sollte, und seit 1920 von französischen Truppen besetzt war, wurde 1923 von litauischen Verbänden besetzt und in der Folge annektiert.

Weimarer Zeit und Drittes Reich

1922 wurde vom Reichsverkehrsministerium der Seedienst Ostpreußen eingerichtet, der über den Seeweg eine Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Kernland des Deutschen Reiches herstellte. Der Seedienst Ostpreußen bestand bis 1944. 1944]] Der Verkehr zwischen dem Deutschen Reich und Ostpreußen auf dem Landweg war wegen des sogenannten polnischen Korridors (die Landverbindung zwischen dem eigentlichen Polen und der Ostsee durch das bisherige Westpreußen) nicht unproblematisch. Der Bahnverkehr erfolgte in verplombten Zügen, bei denen zum Teil sogar die Fenster zugehangen wurden. Auch der Straßenverkehr zwischen Ostpreußen und dem Reichsgebiet wurde durch die polnischen Behörden erschwert. Das Verhältnis zwischen der Weimarer Republik und dem klerikalfaschistischen polnischen Staat war äußerst feindselig, immer wieder kam es entlang der gemeinsamen Grenze zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 konnten diese in der Bevölkerung unter anderem auch durch das Unterlaufen des in Deutschland als Demütigung empfundenen Versailler Vertrags Popularität gewinnen. So wurden im Westen (Rheinland, Saargebiet) und Südosten (Österreich, Sudetenland) deutschsprachige Gebiete an das Reich angeschlossen, ohne bei den Westmächten Frankreich und Großbritannien auf ernsthaften Widerstand zu stoßen. Für die deutschen Forderungen im Nordosten, den Wiederanschluss Danzigs und die Rückgabe des „Korridors“, signalisierten sie jedoch im Falle einer Besetzung den Casus belli (Kriegsfall). Lediglich Litauen gab am 23. März 1939 auf deutschen Druck hin das Memelgebiet an das Deutsche Reich zurück. Ein knappes halbes Jahr später begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Nach der schnellen Besetzung dieses Landes wurden neben den 20 Jahre zuvor abgetretenen Provinzen Westpreußen und Posen weitere Teile Polens annektiert. Noch 1939 wurde dort ein neuer Regierungsbezirk Zichenau gebildet, der der Provinz Ostpreußen zugeordnet wurde. Ferner trat der neue Landkreis Suwalki (später Sudauen) zur Provinz, während die früher westpreußischen Gebiete um Elbing und Marienwerder an den neuen Reichsgau Westpreußen, später Danzig-Westpreußen, fielen.

Eroberung, Kriegsende und Vertreibung

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Ostpreußen von der Roten Armee nach blutigen Kämpfen erobert. Die nationalsozialistische Gauleitung unter Gauleiter Erich Koch unterließ die rechtzeitige Evakuierung der Bevölkerung und stellte selbständige Fluchtbewegungen unter schwere Strafe. Dadurch wurde ein Großteil der Zivilbevölkerung unmittelbar in die Kampfhandlungen verwickelt. Nach dem Ende der Kampfhandlungen zurückkehrende Bewohner wurden vielfach, von durch die antideutsche Propaganda aufgestachelte Soldaten der Roten Armee, umgebracht, misshandelt, vergewaltigt und zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt. Die überlebenden Bewohner wurden bis 1947 fast vollständig aus ihrer Heimat nach dem verbliebenen Deutschland vertrieben. Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew waren Augenzeugen und haben sich gegen die begangenden Gräueltaten der Roten Armee wie beispielsweise in Nemmersdorf ausgesprochen. Sie kamen beide darauf in Zwangsarbeitslager (Gulags). Die überwiegende Mehrheit der vertriebenen Einwohner Ostpreußens fanden ihre neue Heimat in den westlichen Besatzungszonen, die meisten davon in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern. Unter den Vertriebenen waren auch viele Bewohner Masurens, die nicht Deutsch, sondern Masurisch als Muttersprache hatten, aber dennoch zwangsausgesiedelt wurden. Nach dem Potsdamer Abkommen wurde Ostpreußen zwischen Polen und der Sowjetunion aufgeteilt. Der sowjetische Anteil wurde der russischen Sowjetrepublik zugeteilt und mit Russen aus Zentralrussland und dem Gebiet des heutigen Föderationskreises Wolga sowie mit Weißrussen besiedelt. Der polnische Anteil wurde auf die damaligen Woiwodschaften Danzig, Allenstein und Suwalki aufgeteilt und in erster Linie von Polen aus Zentralpolen und im Rahmen der Aktion Weichsel aus Südostpolen vertriebener Ukrainer besiedelt. Die Hauptstadt Königsberg wurde 1946 zu Ehren des sowjetischen Politikers Michail Iwanowitsch Kalinin in Kaliningrad umbenannt, ebenso wurden sämtliche Orte im sowjetischen Anteil – sofern sie nicht aufgelöst wurden – umbenannt. Kaliningrad

Anerkennung der Grenzziehung

Die DDR erkannte die Oder-Neiße-Linie als Grenze zu Polen 1950 an. Diese Anerkennung hatte allerdings keinerlei völkerrechtsverbindliche Wirkung. Aber auch die (westdeutsche) freiheitlich-demokratische Bundesrepublik Deutschland, (mit Alleinvertretungsanspruch) betrieb unter ihrem Kanzler Willy Brandt im Rahmen der neuen Ostpolitik in den frühen 1970er Jahren die Anerkennung der Grenzziehung vorbehaltlich eines endgültigen Friedensvertrages. Im Zuge des Beitrittes der DDR zur BRD mußte die Bundesrepublik Deutschland zuvor einen deutsch-polnischen Grenzvertrag unterzeichnen (am 14. November 1990) und damit ihre Ansprüche auf die ehemaligen deutschen Ostgebiete und damit auch auf Ostpreußen aufgeben. Ohne diesen Grenzanerkennungsvertrag wäre die sogenannte deutsche Wiedervereinigung gefährdet gewesen.

Heutige Situation

Nach der Verwaltungsreform 1975 wurde das polnische Ostpreußen in die neuen Bezirke (Woiwodschaften) Elbing, Allenstein, Zichenau und Suwałki geteilt. Nach einer erneuten Bezirksreform am 1. Januar 1999 im polnischen Südteil bildet dieses Gebiet seither fast in seiner Gesamtheit die Woiwodschaft Ermland-Masuren mit der Hauptstadt Allenstein (Olsztyn), der nördliche Teil bildet heute die russische Oblast Kaliningrad mit der Hauptstadt Kaliningrad. Nach der Auflösung der Sowjetunion ist diese Oblast nun eine Exklave Russlands. Einige russische Einwohner nennen die Stadt heute häufig „Kjonigsberg“, „Kenig“ oder „Kenigsberg“, weshalb eine Rückbenennung in den alten Namen, wie bei St. Petersburg geschehen, ein ständiges Thema ist.

Verwaltungsgliederung der Provinz Ostpreußen

In der Zeit von 1878 bis 1945 hat sich die territoriale Verwaltungsgliederung innerhalb der überwiegend landwirtschaftlich strukturierten Provinz Ostpreußen nur allmählich verändert. Allerdings sind 1920 und 1939 die Außengrenzen erheblich verändert worden.

Regierungsbezirke

Von 1878 bis 1945 bestanden die beiden Regierungsbezirke Gumbinnen und Königsberg. Aus den südlichen Kreisen dieser Bezirke entstand am 1. November 1905 der neue Regierungsbezirk Allenstein. Der früher westpreußische Regierungsbezirk Marienwerder wurde teilweise, gemeinsam mit einigen Kreise aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Danzig (Elbing und Marienburg) zum 1. Juli 1922 als Regierungsbezirk Westpreußen mit dem Sitz in Marienwerder der Provinz Ostpreußen angegliedert und trat am 26. Oktober 1939 zum neuen Reichsgau Danzig-Westpreußen. Am 26. Oktober 1939 wurde aus annektierten polnischen Gebieten der neue Regierungsbezirk Zichenau (Ciechanów) der Provinz Ostpreußen einverleibt. Ab 1. August 1941 entstand aus besetzten sowjetischen (weißrussischen, bis 1939 polnischen) Gebieten der neue Bezirk Bialystok. Dieser wurde vom ostpreußischen Oberpräsidenten und Gauleiter Erich Koch als Chef der Zivilverwaltung mitverwaltet und faktisch wie Reichsgebiet behandelt, allerdings nicht förmlich nach Ostpreußen eingegliedert.

Stadtkreise

Außer dem bereits 1818 bestehenden Stadtkreis Königsberg i. Pr. entstanden im Laufe der Zeit die folgenden weiteren Stadtkreise: Es wurden die Städte Tilsit (1896), Insterburg (1901), Allenstein (1910) und Memel (1918) aus ihren Landkreisen ausgegliedert und bildeten eigene Stadtkreise. Das westpreußische Elbing war bereits seit 1874 Stadtkreis und gehörte von 1922 bis 1939 zu Ostpreußen.

Landkreise

Politik

Oberpräsidenten


- 19181919: Adolf Max Johannes Tortilowicz von Batocki-Friebe
- 19191920: August Winnig, SPD
- 19201932: Ernst Siehr, DDP
- 19321933: Dr. Wilhelm Kutscher
- 19331945: Erich Koch, NSDAP

Wahlen zum Provinziallandtag

1921: DNVP 27,1 % – 23 Sitze | SPD 23,5 % – 20 Sitze | DVP 15,3 % – 13 Sitze | Zentrum 9,4 % – 8 Sitze | KPD 7,2 % – 6 Sitze | USPD 7,1 % – 6 Sitze | DDP – 7,0 % – 6 Sitze | Polen – 1,3 % – 1 Sitz | WP 1,2 % – 1 Sitz | Landliste 1,1 % – 1 Sitz
1925: DNVP/DVP 45,6 % – 40 Sitze | SPD 24,8 % – 22 Sitze | Zentrum 6,9 % – 6 Sitze | KPD 6,9 % – 6 Sitze | WP 4,2 % – 4 Sitze | DVFP 4,2 % – 4 Sitze | DDP 3,6 % – 3 Sitze | Aufwertungspartei 2,4 % – 2 Sitze
1929: DNVP 31,2 % – 27 Sitze | SPD 26,0 % – 23 Sitze | DVP 8,7 % – 8 Sitze | KPD 8,6 % – 8 Sitze | Zentrum 8,1 % – 7 Sitze | NSDAP 4,3 % – 4 Sitze | WP 4,0 % – 4 Sitze | CSVD 3,0 % – 3 Sitze | DDP 2,8 % – 3 Sitze
1933: NSDAP 58,2 % – 51 Sitze | SPD 13,6 % – 12 Sitze | DNVP 12,7 % – 11 Sitze | Zentrum 7,0 % – 7 Sitze | KPD 6,0 % – 6 Sitze
An 100 % fehlende Stimmen = Nicht im Provinziallandtag vertretene Wahlvorschläge.

Bekannte Ostpreußen


- Friedrich Wilhelm Bessel, Astronom und Mathematiker
- Marion Gräfin Dönhoff, Journalistin und Verlegerin (Die Zeit)
- Johann Gottfried von Herder, deutscher Dichter
- David Hilbert, Mathematiker
- Immanuel Kant, Philosoph
- Käthe Kollwitz, Künstlerin
- Nikolaus Kopernikus, Astronom
- Heinz Sielmann, Tierfilmer Siehe auch Liste bedeutender Ostpreußen

Sprache

Die ostniederdeutschen Dialekte, die in Ostpreußen gesprochen wurden, werden erfasst und beschrieben im Preußischen Wörterbuch.

Siehe auch


- Preußen
- Landsmannschaft Ostpreußen
- Vertreibung
- Preußisches Wörterbuch
- Portal:Ostpreußen

Literatur


- Andreas Kossert: Ostpreußen. Geschichte und Mythos. Siedler-Verlag, München 2005. ISBN 3-88-680808-4
- Fritz Mielert: Ostpreußen. Nebst dem Memelgebiet und der Freien Stadt Danzig. (Reihe: Monographien zur Erdkunde, Bd. 35). Velhagen & Klasing. Bielefeld. 1926. 163 S. (Nachdruck: Bechtermünz Verlag. Augsburg. 1999. ISBN 3828902723)
- Walter Frevert: Rominten(1. Teil der so genannten "Ostpreußen-Trilogie"). BLV, Bonn, München und Wien 1957
- Hans Kramer: Elchwald. Der Elchwald als Quell und Hort ostpreußischer Jagd (3. Teil der so genannten "Ostpreußen-Trilogie"). Jagd- und Kulturverlag, Sulzberg im Allgäu 1985 (2., verbesserte Auflage), ISBN 3-925456-00-7

Weblinks


- [http://www.frombork.art.pl/Frombork-foto/Hart3_m.jpg Landkarte Altes Preußenland, preußische Gaue vor 1200]
- [http://wwwtest.library.ucla.edu/libraries/mgi/maps/blaeu/prvssia.jpg Blaeu's Prussia c 1660 ] Karte von Caspar Henneberg
- [http://www.deutsche-schutzgebiete.de/provinz_ostpreussen.htm Provinz Ostpreußen]
- [http://www.ostpreussisches-landesmuseum.de Ostpreußisches Landesmuseum, Lüneburg]
- [http://www.wugnet.de/kulturz-ostpreussen/ Kulturzentrum Ostpreußen, Ellingen]
- [http://www.ostsicht.de Bildarchiv für Ostpreußen]
- [http://www.provinz-ostpreussen.de/ Private Seite über Ostpreußen]
- [http://www.prussen.org/ Ostpreußische Geschichte]
- [http://www.ostpreussen-info.de/ Landsmannschaft Ostpreußen: "Ostpreußen – Land der dunklen Wälder und kristall'nen Seen"]
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Preußen

Preußen (lat.: Borussia, Prussia oder Prutenia; poln. Prusy; russ.: Prussija; lit. Prūsija) war ursprünglich das Gebiet des baltischen Volksstamms der Pruzzen, später eines der Länder des Deutschen Ordens und seit dem 16. Jahrhundert ein Herzogtum der Hohenzollern unter polnisch-litauischer Lehenshoheit, das seit 1618 in Personalunion mit der Mark Brandenburg verbunden war. Nachdem Teile Preußens 1660 im Frieden von Oliva souverän geworden waren, bildeten sie ab 1701 ein selbständiges Königreich, dessen Name schließlich alle Herrschaftsgebiete der Hohenzollern bezeichnete. Das Königreich Preußen gehörte von 1815 bis 1866 mit Ausnahme der Provinzen Posen, Ost- und Westpreußen dem Deutschen Bund und von 1867 bis 1871 mit seinem ganzen Territorium dem Norddeutschen Bund an. Von 1871 bis 1945 war Preußen ein Gliedstaat des Deutschen Reiches. 1947 verfügte der Alliierte Kontrollrat de jure die Auflösung Preußens.

Allgemeines

Der Name Preußen bezog sich bis Anfang des 18. Jahrhunderts nur auf die außerhalb der deutschen Reichsgrenzen gelegenen Gebiete zwischen Hinterpommern und Kurland, die den späteren Provinzen West- und Ostpreußen entsprachen. Von 1466 bis 1772 waren diese Gebiete zwischen dem König von Polen einerseits und dem Deutschen Orden beziehungsweise den hohenzollernschen Herzögen und späteren Königen von Preußen andererseits aufgeteilt. Im 18. Jahrhundert setzte sich allmählich der Gebrauch des Landesnamens Preußen für alle von den Hohenzollern regierten Territorien durch, also auch für jene, die innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation lagen. Nach 1866 erstreckte sich das Königreich, seit 1918 der Freistaat, Preußen über nahezu ganz Norddeutschland und nahm etwa zwei Drittel der Fläche des Deutschen Reiches ein. Von preußischem Gebiet waren einige kleinere Staaten vollständig umschlossen. Preußische Haupt- und Residenzstädte waren im Laufe der Zeit das ostpreußische Königsberg (heute: Kaliningrad), Potsdam und Berlin. Seine größte Bedeutung erlangte Preußen im 18. und 19. Jahrhundert, als es unter der Regierung Friedrichs II. des Großen (1712–1786) zunächst zur fünften europäischen Großmacht aufstieg und später unter Ministerpräsident Otto von Bismarck die so genannte „kleindeutsche Einigungslösung” betrieb und Österreich als führende Macht in Deutschland ablöste. Mit Preußen verbinden sich bis heute die von protestantischer Moral geprägten so genannten preußischen Tugenden, wie beispielsweise Zuverlässigkeit, Sparsamkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Fleiß und Toleranz. Nach dem Selbstverständnis vieler Preußen trugen sie maßgeblich zum Aufstieg ihres Landes zur europäischen Großmacht bei. Allerdings war die Betonung dieser sogenannten Sekundär-Tugenden selbst innerhalb Preußens nicht unumstritten. Die Landesfarben Preußens, schwarz und weiß, leiteten sich von dem mit einem schwarzen Kreuz bestickten weißen Mantel der Ritter des Deutschen Ordens her. Ihre Kombination mit den hanseatischen Farben Weiß-Rot der freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck ergab die schwarz-weiß-rote Handelsflagge des 1867 gegründeten Norddeutschen Bundes, die 1871 als Flagge des Deutschen Reiches übernommen wurde. Der Wappenspruch Preußens lautete seit der Reformation Suum cuique - Jedem das Seine.

Geschichte

Zur Vor- und Frühgeschichte sowie zur Geschichte des Ordensstaates siehe unter Ostpreußen.

Brandenburg-Preußen

Brandenburg-Preußen, das spätere Königreich Preußen, entstand im Wesentlichen aus zwei Landesteilen:
- aus der Mark Brandenburg, die zu den sieben Kurfürstentümern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gehörte,
- und aus dem 1466-1654 unter polnischer Lehenshoheit stehenden Herzogtum Preußen, das aus dem Staat der Deutschordensritter hervorgegangen war. Das Kurfürstentum Brandenburg hatte Kaiser Sigismund (13681437) 1415 dem Burggrafen von Nürnberg, Friedrich von Hohenzollern (13711440), zu Lehen gegeben, nachdem das zuvor regierende Fürstenhaus der Askanier ausgestorben war. Auch das Herzogtum Preußen wurde seit dem 16. Jahrhundert von einer Linie des Hauses Hohenzollern regiert, nachdem der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Brandenburg-Ansbach (14901568), sich auf Anraten Martin Luthers (14831546) und mit Billigung des polnischen Königs Sigismund I. des Alten der Reformation angeschlossen und den Ordensstaat in ein erbliches Herzogtum umgewandelt hatte. Wie dessen Herrscher wurde auch die Bevölkerung evangelisch. Der Ordensstaat war bereits seit 1466 nicht mehr souverän gewesen, sondern unterstand der Lehenshoheit der polnischen Krone. Daher leistete Albrecht für das neue Herzogtum dem polnischen König Sigismund I. dem Alten (14671548) am 8. April 1525 in Krakau den Lehnseid. Nach dem Erlöschen der herzoglich-preußischen Linie der Hohenzollern fiel ihr Herzogtum 1618 an ihre nächsten Verwandten, die Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg. Diese regierten von da an beide Länder in Personalunion. Bis zum Vertrag von Wehlau (1657) sollte ihr Herrschaftsgebiet jedoch politisch zweigeteilt bleiben: Brandenburg war Teil des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, Preußen weiterhin ein polnisches Lehen. Die Herrscher von Brandenburg-Preußen waren also sowohl dem deutschen Kaiser als auch der polnischen Krone lehenspflichtig. Im Dreißigjährigen Krieg stand Brandenburg auf der Seite der evangelischen Union. Weite Teile des Landes wurden damals verwüstet und entvölkert. Kurfürst Friedrich Wilhelm I. (16201688), später der "Große Kurfürst" genannt, betrieb nach dem Krieg eine vorsichtige Schaukelpolitik zwischen den Großmächten, um sein wirtschaftlich und militärisch schwaches Land zu entwickeln. Er führte wirtschaftliche Reformen durch, baute ein schlagkräftiges Heer auf, entmachtete die Stände zugunsten einer absolutistischen Zentralverwaltung und holte Tausende aus Frankreich vertriebener Hugenotten ins Land. Er erwarb 1648 Hinterpommern, das restliche Ravensberger Land um Minden und Halberstadt sowie 1680 Magdeburg. Friedrich Wilhelm betrieb zudem den Aufbau einer eigenen Kurbrandenburgischen Marine und verfolgte Kolonialprojekte in Westafrika und Westindien. Diese Pläne zeitigten aber erst gegen Ende seiner Regentschaft Erfolge. So wurde 1683 die Festung Groß Friedrichsburg im heutigen Guinea gegründet, die bis 1727 bestand. Unter Kurfürst Friedrich Wilhelm I. wurde Brandenburg das nach Österreich mächtigste Land im Reich. Als infolge schwedisch-polnischer Auseinandersetzungen Polen geschwächt war, konnte er 1657 im Vertrag von Wehlau das Herzogtum Preußen aus der polnischen Oberhoheit lösen. Im Frieden von Oliva von 1660 wurde die Souveränität des Herzogtums endgültig anerkannt. Dies war eine entscheidende Voraussetzung für seine Erhebung zum Königreich unter dem Sohn des Großen Kurfürsten.

Königreich Preußen

Gründung des Königreichs

Rang, Reputation und Prestige eines Fürsten waren in der Zeit des Absolutismus wichtige politische Faktoren. Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (1657-1713) kam daher die Tatsache sehr gelegen, dass das Herzogtum Preußen seit 1660 keiner anderen Krone mehr unterstand, also souverän war. Das ermöglichte es ihm, dessen Erhebung zum Königreich und seine eigene zum König anzustreben. Es ging ihm dabei vor allem darum, die Ranggleichheit mit dem Kurfürsten von Sachsen, der zugleich König von Polen war und mit dem Kurfürsten von Hannover, der Anwärter auf den englischen Thron war, zu wahren. Kaiser Leopolds I. stimmte daher zu dass er als Herrscher seiner außerhalb des Reichs gelegenen Territorien, also für das bisherige Herzogtum Preußen, den Königstitel führen dürfe. So krönte sich der Kurfürst am 18. Januar 1701 als Friedrich I. in Königsberg eigenhändig zum „König in Preußen“. Die einschränkende Titulatur „in Preußen“ war nötig, weil die Bezeichnung als „König von Preußen“ als Herrschaftsanspruch auf das gesamte preußische Gebiet verstanden worden wäre. Da das Ermland und Westpreußen damals aber noch polnisch waren, hätte dies Konflikte mit dem Nachbarland heraufbeschworen, dessen Herrscher noch bis 1742 den Titel eines „Königs von Preußen“ beanspruchten. Seit 1701 bürgerte sich aber im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch allmählich die Landesbezeichnung „Königreich Preußen“ für alle von den Hohenzollern regierten Gebiete ein – ob innerhalb oder außerhalb des Heiligen Römischen Reiches gelegen.

Friedrich Wilhelm I. – Der Soldatenkönig

Der Sohn Friedrichs I., Friedrich Wilhelm I. (17131740) war weniger prunkliebend als sein Vater, sondern sparsam und praktisch veranlagt. Der „Soldatenkönig“ gilt als der eigentliche Schöpfer des preußischen Beamtentums und des stehenden Heers, das er zu einem der schlagkräftigsten in ganz Europa ausbaute. Zudem siedelte er über 20.000 Salzburger, protestantische Glaubensflüchtlinge, im dünn besiedelten Ostpreußen und weitere in anderen Landesteilen an. Von Schweden erwarb er 1720 Vorpommern bis zur Peene.

Friedrich II. - der Große

Peene (mitte) in Sanssouci mit Voltaire (links) und den führenden Köpfen der Berliner Akademie, 1850, ehemalige Nationalgalerie, Berlin, 1945 verbrannt.
]] Am 31. Mai 1740 bestieg sein Sohn Friedrich II. – später auch „Friedrich der Große“ genannt – den Thron. Als Kronprinz eher der Philosophie und den schönen Künsten zugeneigt, ließ er noch in seinem ersten Regierungsjahr die preußische Armee in Schlesien einmarschieren, auf das die Hohenzollern umstrittene Ansprüche erhoben. In den drei Schlesischen Kriegen (17401763) gelang es ihm, die Eroberung gegen Österreich zu behaupten, im letzten, dem Siebenjährigen Krieg (17561763), sogar gegen eine Koalition aus Österreich, Frankreich und Russland. Dies war der Beginn der preußischen Großmachtstellung in Europa und des preußisch-österreichischen Dualismus im Reich. In den letzten 23 Jahren seiner bis 1786 währenden Herrschaft förderte Friedrich II., der sich als „erster Diener des Staates“ verstand, den Landesausbau und die weitere Besiedelung brandenburgisch-preußischer Gebiete, etwa des Oderbruchs. Als Vertreter des Aufgeklärten Absolutismus schaffte er die Folter ab, führte die Schulpflicht ein, schuf das Allgemeine preußische Landrecht und lockte mit der Gewährung völliger Glaubensfreiheit weitere Exulanten ins Land. Nach seiner Auffassung sollte in Preußen „jeder nach seiner Fasson selig werden“. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang auch sein Ausspruch: „Alle Religionen seindt gleich und gut, wan nuhr die leute, so sie profesieren, Ehrlige leute seindt, und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land pöplieren, so wollten wir sie Mosqueen und Kirchen bauen.“ Gemeinsam mit Österreich und Russland betrieb Friedrich die Zerstückelung Polens. Bei der ersten polnischen Teilung 1772 fielen Westpreußen, der Netzedistrikt und das Fürstbistum Ermland an Friedrich II., so dass er sich nun König von Preußen nennen konnte. Bereits 1744 war auch Ostfriesland preußisch geworden. Die Politik gegenüber Polen wurde von Friedrich Wilhelm II. (17861797) fortgesetzt. Bei der 2. und 3. Teilung Polens (1793 und 1795) sicherte sich Preußen weitere polnische Gebiete bis nach Warschau.

Niederlage gegen Napoleon, Reformen und Freiheitskriege

Unter Friedrich Wilhelm II. (17861797) beteiligte sich Preußen zunächst an den Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich, schied aber nach dem Frieden von Basel 1795 für mehr als ein Jahrzehnt aus der antifranzösischen Allianz aus. Erst als 1806 Verhandlungen mit Frankreich über die Aufteilung der Machtsphären in Deutschland scheiterten, flammte der Krieg wieder auf. In der Schlacht bei Jena und Auerstedt erlitt Preußen eine vernichtende Niederlage gegen die Truppen Napoleons I.. König Friedrich Wilhelm III. (17971840) und seine Familie musste vorübergehend nach Memel fliehen. Der Staat verlor 1807 im Frieden von Tilsit etwa die Hälfte seines Gebietes und musste ein Bündnis mit Frankreich eingehen. Die Niederlage Preußens hatte eine Erneuerung des Staates unumgänglich gemacht. Mit den Stein-Hardenbergschen Reformen unter Leitung von Freiherr vom Stein, Scharnhorst und Hardenberg wurde die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben (1807), das Bildungswesen neu gestaltet sowie die allgemeine Wehrpflicht und die Selbstverwaltung der Städte eingeführt (1808). Nach der Niederlage Napoleons in Russland, kündigte Preußen das Bündnis mit Frankreich auf und beteiligte sich ab 1813 in den sogenannten Freiheitskriegen an der anti-französischen Koalition. Preußische Truppen unter Marschall Blücher trugen in der Schlacht von Waterloo 1815 entscheidend zum endgültigen Sieg über Napoleon bei. Das während der Freiheitskriege seinem Volk gegebene Versprechen, dem Land eine Verfassung zu geben, löste Friedrich Wilhelm III. jedoch nie ein. Statt dessen rief er zusammen mit dem Zaren von Russland und dem Kaiser von Österreich die Heilige Allianz ins Leben, die auf die Unterdrückung aller Demokratiebestrebungen in Europa abzielte. Beim Wiener Kongress 1815 erhielt Preußen beinahe sein altes Staatsgebiet zurück, zudem den Rest Vorpommerns, den nördlichen Teil des Königreichs Sachsen, Westfalen und die Rheinprovinz. Es behielt zwar die zuvor polnische Provinz Posen, verlor jedoch Gebiete der 2. und 3. polnischen Teilung an Russland. Preußen bestand seitdem aus zwei großen, aber räumlich getrennten Länderblöcken in Ost- und Westdeutschland. Es wurde Mitglied des Deutschen Bundes, des losen Verbandes der deutschen Staaten unter österreichischer Führung, der von 1815 bis 1866 existierte.

Märzrevolution und Industrialisierung

Für Preußen lag aufgrund der Zweiteilung seines Staatsgebiets die wirtschaftliche Einigung Deutschlands nach 1815 im ureigenen Interesse. Das Königreich gehörte daher zu den treibenden Kräften des Deutschen Zollvereins, dessen Mitglied es 1834 wurde. Infolge dessen setzten auch außerhalb des Landes immer mehr Befürworter der deutschen Einigung, insbesondere die Protestanten, ihre Hoffnungen darauf, dass Preußen Österreich als Führungsmacht des Bundes ablösen werde. Es war von „Preußens deutscher Sendung“ die Rede und davon, dass das Land immer mehr nach Deutschland hinein und Österreich aus Deutschland heraus wachse. Der Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. (18401861) weckte zunächst die Hoffnungen der Liberalen und der Anhänger der deutschen Einigung. Zwar wurden diese Hoffnungen bald enttäuscht, da der König sich lange Zeit weigerte, auch nur für das eigene Territorium einen gemeinsamen Landtag und eine einheitliche Verfassung einzuführen. Aber während der Märzrevolution von 1848 schien sich der König doch noch den Forderungen der Revolutionäre zu beugen. Erstmals wurde ein Vereinigter Landtag für ganz Preußen nach Berlin einberufen. Gleichzeitig fanden Wahlen zum ersten gesamtdeutschen Parlament, der Frankfurter Nationalversammlung, statt. Dort setzten sich schließlich die Befürworter einer kleindeutschen Einigung unter Preußens Führung durch, da Österreich nicht bereit war, auf seine nichtdeutschen Landesteile zu verzichten. Demokratie und deutsche Einheit scheiterten aber 1849, als Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone ablehnte, die ihm die Nationalversammlung angetragen hatte. Die Revolution wurde in Süddeutschland mit Hilfe preußischer Truppen endgültig niedergeschlagen. Preußen erhielt 1850 eine vom König oktroyierte Verfassung. Im Zuge der Industrialisierung wurden eine Anzahl von Land-, Wasserwegen und Kanälen gebaut, welche quer durch Deutschland den Westen mit dem Osten verbanden. Im Oberland West- und Ostpreußens entstand der Oberländische Kanal, der die Ostsee und Elbing im Norden mit Masuren im Süden verband. In den 1860er Jahren wurde der Bau der Ostbahn begonnen, die von Berlin über Thorn und Königsberg bis zur Ostgrenze führte und bis zum Zweiten Weltkrieg eine der Hauptverkehrsachsen Preußens bildete.

Verfassungskonflikt um die Heeresreform

Wilhelm I., der schon 1858 die Regentschaft für seinen nach mehreren Schlaganfällen regierungsunfähigen Bruder Friedrich Wilhelm IV. übernommen hatte, bestieg 1861 den preußischen Thron. Mit Kriegsminister Roon strebte er eine Heeresreform an, die längere Dienstzeiten und eine Aufrüstung der preußischen Armee vorsah. Die liberale Mehrheit des Preußischen Landtags, dem das Budgetrecht zustand, wollte die dafür nötigen Gelder jedoch nicht bewilligen. Es kam zu einem Verfassungskonflikt, in dessen Verlauf der König die Abdankung in Erwägung zog. Als letzten Ausweg entschloss er sich 1862, Otto von Bismarck als Ministerpräsident zu berufen. Dieser war ein vehementer Befürworter des königlichen Alleinherrschaftsanspruchs und regierte jahrelang gegen Verfassung und Parlament und ohne gesetzlichen Haushalt.

Bismarck und die Einigungskriege

Aus der Erkenntnis heraus, dass die preußische Krone nur dann Rückhalt im Volk gewinnen könne, wenn sie sich an die Spitze der deutschen Einigungsbewegung setzte, führte Bismarck Preußen in drei Kriege, die König Wilhelm die deutsche Kaiserkrone einbrachten: Deutsch-Dänischer Krieg 1864: Der König von Dänemark war in Personalunion Herzog von Schleswig-Holstein, das seit 1460 eine Einheit bildete. Nur das Teilherzogtum Holstein gehörte aber zum Deutschen Bund. Der Versuch der Kopenhagener Regierung, Schleswig unter Ausschluss Holsteins in den dänischen Gesamtstaat einzugliedern, führte 1864 unter der Führung Preußens und Österreichs zum Krieg des Deutschen Bundes gegen das nördliche Nachbarland. Nach ihrem Sieg musste die dänische Krone auf Schleswig und Holstein verzichten. Beide Teilherzogtümer wurden nun von Preußen und Österreich gemeinsam verwaltet. Deutscher Krieg 1866: Der Anlass dieses Krieges waren Konflikte zwischen Österreich und Preußen um die Verwaltung und die Zukunft Schleswig-Holsteins. Die tiefere Ursache war jedoch das Ringen um die Vorherrschaft in Deutschland. Auf der Seite Österreichs standen die mitteldeutschen Staaten, auf Seiten Preußens neben einigen norddeutschen Staaten auch Italien. Nachdem preußische Truppen unter Moltke am 3. Juli 1866 in der Schlacht von Königgrätz den entscheidenden Sieg errungen hatten, verlor Österreich seine Vormachtstellung und schied aus dem Deutschen Bund aus. Der Friede von Prag am 23. August 1866 brachte Preußen das Königreich Hannover, Hessen-Kassel, das Nassau, die Freie Stadt Frankfurt und ganz Schleswig-Holstein ein. Damit waren nun fast alle preußischen Gebiete miteinander verbunden. An die Stelle des Deutschen Bundes trat 1867 der kleinere, von Preußen dominierte Norddeutsche Bund, dessen Verfassung in wesentlichen Punkten die des Deutschen Reiches vorweg nahm. Die süddeutschen Staaten mussten Bündnisverträge mit Preußen eingehen. Deutsch-französischer Krieg 1870/71: Bismarck spitzte den Streit mit Frankreich um die spanische Thronkandidatur eines katholischen Hohenzollernprinzen bewusst zu (siehe auch Emser Depesche), um die Regierung Napoleons III. zu einer Kriegserklärung zu provozieren. Dies stellte für die süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg und Baden den Bündnisfall dar. Nach dem raschen Sieg waren sie gezwungen, dem Norddeutschen Bund beizutreten. Damit war das Deutsche Reich in der kleindeutschen Version gegründet worden, die schon als eines der Modelle in der Nationalversammlung von 1848/49 gehandelt worden war. Im Spiegelsaal zu Versailles ließ sich Wilhelm I. am 18. Januar 1871 – genau 170 Jahre nach der Königskrönung Friedrichs I. – zum Deutschen Kaiser ausrufen. Zwischen 1871 und 1887 führte Bismarck den sogenannten Kulturkampf gegen die katholischen Bevölkerungsteile, insbesondere gegen die polnische Bevölkerung, die Bismarck zu germanisieren versuchte. Die Germanisierungspolitik wurde nach Bismarcks Abdanken vom 1894 in Posen gegründeten Deutschen Ostmarkenverein fortgeführt.

Preußen im Deutschen Reich

Deutschen Kaiser Preußen ging von 1871 an ebenso sehr in Deutschland auf, wie Deutschland preußischen Charakter annahm. Der König von Preußen war auch Deutscher Kaiser und der preußische Ministerpräsident zugleich Reichskanzler. Der Ministerpräsident und Kanzler musste aber nicht unbedingt Preuße sein, wie im Fall von Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst. Auf Wilhelm I. folgte im März 1888 der bereits schwerkranke Friedrich III., der nach einer Regierungszeit von nur 99 Tagen verstarb. Im Juni des „Drei-Kaiser-Jahres“ bestieg Wilhelm II. den Thron. Bis zur Abdankung des Kaisers im Zuge der Novemberrevolution von 1918 blieben preußische und Reichspolitik aufs engste miteinander verbunden.

Freistaat Preußen

Infolge der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution von 1918/19 dankte Wilhelm II. als Deutscher Kaiser und König von Preußen ab. Damit endete die Realunion Preußens mit dem Deutschen Reich wie sie seit der Zeit Bismarcks bestanden hatte. Das Land wurde zum eigenständigen Freistaat innerhalb des Reichsverbands proklamiert und erhielt 1920 eine demokratische Verfassung. Die im Vertrag von Versailles festgelegten Gebietsabtretungen Deutschlands betrafen – bis auf das nach dem deutsch-französischen Krieg gebildete Reichsland Elsass-Lothringen – ausschließlich preußisches Territorium: Eupen-Malmedy ging an Belgien, Nordschleswig an Dänemark, das Memelland an Litauen, das Hultschiner Ländchen an die Tschechoslowakei, große Teile der Gebiete, die Preußen im Rahmen der polnischen Teilungen erhalten hatte und Ost-Oberschlesien an Polen. Danzig wurde Freie Stadt unter Verwaltung des Völkerbunds. Wie schon vor den polnischen Teilungen hatte Ostpreußen keine Landverbindung mit dem übrigen Deutschen Reich und konnte nur per Schiff (Seedienst Ostpreußen) oder per Bahn durch den Polnischen Korridor erreicht werden. Auch das Saargebiet wurde überwiegend aus preußischen Gebietsteilen gebildet. Von 1919 bis 1932 regierten in Preußen Regierungen der Weimarer Koalition (SPD, Zentrum und DDP), 1921 bis 1925 um die DVP erweitert. Anders als in einigen anderen Ländern des Reichs war die Mehrheit der demokratischen Parteien bei Wahlen in Preußen nie gefährdet. Der von 1920 bis 1932 fast ununterbrochen regierende Ostpreuße Otto Braun, der bis heute als einer der fähigsten sozialdemokratischen Politiker der Weimarer Republik gilt, verwirklichte zusammen mit seinem Innenminister Carl Severing mehrere zukunftsweisende Reformen, die später für die Bundesrepublik beispielgebend waren. Dazu gehörte zum Beispiel das Konstruktive Misstrauensvotum, das die Abwahl des Ministerpräsidenten nur dann ermöglichte, wenn gleichzeitig ein neuer Ministerpräsident gewählt wurde. Auf diese Weise konnte die Preußische Landesregierung solange im Amt bleiben, wie sich im Landtag keine "Positive Mehrheit" bildete, also eine Mehrheit derjenigen Oppositionsparteien, die auch wirklich zusammen arbeiten wollten. Als Stütze der Weimarer Demokratie wurde Preußen nicht durch die Wähler, sondern erst durch den Preußenschlag des Reichskanzlers Franz von Papen beseitigt. In diesem Staatsstreich setzte die Reichsregierung am 20. Juli 1932 per Verordnung die Preußische Landesregierung unter dem Vorwand ab, sie habe die Kontrolle über die öffentliche Ordnung in Preußen verloren (siehe auch: Altonaer Blutsonntag). Vom Großteil des Staatsapparats begrüßt, übernahm Papen selbst die Macht im Freistaat Preußen als Reichskommissar. Im deutschen Reich war damit die wichtigste Landesregierung entmachtet, die demokratisch-republikanisch ausgerichtet war. Der Preußenschlag hat nur ein halbes Jahr später die Machtergreifung Hitlers entscheidend erleichtert, da ihm von Anfang an die Machtmittel der preußischen Regierung - vor allem der Polizeiapparat - zur Verfügung standen. Ergebnisse der Landtagswahlen 1919–1933
1919: SPD 36,4 % – 145 Sitze | Zentrum 22,3 % – 94 Sitze | DDP 16,2 % – 65 Sitze | DNVP 11,2 % – 48 Sitze | USPD 7,4 % – 24 Sitze | DVP 5,7 % – 23 Sitze | DHP 0,5 % – 2 Sitze | SHBLD 0,4 % – 1 Sitz
1921: SPD 25,9 % – 109 Sitze | DNVP 18,0 % – 76 Sitze | Zentrum 17,9 % – 76 Sitze | DVP 14,0 % – 59 Sitze | KPD 7,5 % – 31 Sitze | USPD 6,4 % – 27 Sitze | DDP 5,9 % – 26 Sitze | DHP 2,4 % – 11 Sitze | WP 1,2 % – 4 Sitze | Polen 0,4 % – 2 Sitze
1924: SPD 24,9 % – 114 Sitze | DNVP 23,7 % – 109 Sitze | Zentrum 17,6 % – 81 Sitze | DVP 9,8 % – 45 Sitze | KPD 9,6 % – 44 Sitze | DDP 5,9 % – 27 Sitze | NSFP 2,5 % – 11 Sitze | WP 2,4 % – 11 Sitze | DHP 1,4 % – 6 Sitze | Polen 0,4 % – 2 Sitze
1928: SPD 29,0 % – 137 Sitze | DNVP 17,4 % – 82 Sitze | Zentrum 15,2 % – 71 Sitze | KPD 11,9 % – 56 Sitze | DVP 8,5 % – 40 Sitze | WP 4,5 % – 21 Sitze | DDP 4,4 % – 21 Sitze | NSDAP 1,8 % – 6 Sitze | CNBL 1,5 % – 8 Sitze | VRP 1,2 % – 2 Sitze | DVFP 1,1 % – 2 Sitze | DHP 1,0 % – 4 Sitze
1932: NSDAP 36,3 % – 162 Sitze | SPD 21,2 % – 94 Sitze | Zentrum 15,3 % – 67 Sitze | KPD 12,3 % – 57 Sitze | DNVP 6,9 % – 31 Sitze | DVP 1,5 % – 7 Sitze | DStP 1,5 % – 2 Sitze | CSVD 1,2 % – 2 Sitze | DHP 0,3 % – 1 Sitz
1933: NSDAP 43,2 % – 211 Sitze | SPD 16,6 % – 80 Sitze | Zentrum 14,1 % – 68 Sitze | KPD 13,2 % – 63 Sitze | DNVP 8,9 % – 43 Sitze | DVP 1,0 % – 3 Sitze | CSVD 0,9 % – 3 Sitze | DStP 0,7 % – 3 Sitze | DHP 0,2 % – 2 Sitze
An 100 % fehlende = nicht im Parlament vertretene Gruppierungen

Nationalsozialismus und das Ende Preußens

Nach der Machtergreifung Hitlers wurde Hermann Göring 1933 preußischer Ministerpräsident. Damit standen den Nationalsozialisten von Anfang an die Machtmittel der preußischen Landesregierung zur Verfügung, vor allem die Polizeikräfte. Wenige Wochen später, am 21. März 1933, fand der sogenannte „Tag von Potsdam“ statt. Dabei wurde der am 6. März neu gewählte Reichstag in Anwesenheit des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg symbolträchtig in der Potsdamer Garnisonkirche eröffnet, der Grabstätte der preußischen Könige. Die propagandistische Veranstaltung, in der Hitler und die NSDAP „die Vermählung des alten Preußen mit dem jungen Deutschland“ feierte, sollte preußisch-monarchistische und deutschnationale Kreise für den nationalsozialistischen Staat gewinnen und die Konservativen im Reichstag zur Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz bewegen, die zwei Tage später anstand. Im nationalsozialistischen Einheitsstaat wurden seit 1933 Preußen wie auch alle übrigen deutschen Länder gleichgeschaltet. Das „Gesetz über den Neuaufbau des Reiches“ vom 30. Januar 1934 und das „Reichsstatthaltergesetz“ vom 30. Januar 1935 lösten die Länder zwar nicht formell auf, beraubten sie aber ihrer Eigenständigkeit. Die Landesregierungen wurden von Reichsstaathaltern kontrolliert, die vom Reichskanzler ernannt wurden. Parallel dazu erlangten die Einteilung in (Partei-)Gaue zunehmend Bedeutung, deren Gauleiter wiederum vom "Führer und Reichskanzler" ernannt wurden, der zugleich Parteichef der NSDAP war. In Preußen ging diese anti-föderalistische Politik noch weiter: Seit 1934 wurden nahezu alle seine Landes- mit den entsprechenden Reichsministerien zusammengelegt. Nur das preußische Finanzministerium, die Archivverwaltung und wenige andere Landesbehörden blieben bis 1945 eigenständig. Reichsstatthalter für Preußen wurde formell Hitler selbst. Seine Funktionen wurden allerdings von Hermann Göring als preußischem Ministerpräsidenten ausgeübt. Im Zuge des Großhamburg-Gesetzes fanden noch gewisse Gebietsveränderungen statt. Preußen wurde am 1. April 1937 u. a. um die bis dahin Freie und Hansestadt Lübeck erweitert. Die im Zweiten Weltkrieg annektierten polnischen, vormals preußischen, Gebiete wurden überwiegend nicht in das angrenzende Preußen eingegliedert, sondern sogenannten Reichsgauen zugeteilt. Mit dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft, der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen und der Abtretung aller Gebiete östlich von Oder und Neiße hörte Preußen 1945 de facto endgültig auf zu bestehen. Einzelne Gebiete wurden aus dem Land Preußen herausgelöst, um neue Länder zu bilden. Mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 beschloss der Alliierte Kontrollrat auch formell die Auflösung des verbliebenen preußischen Staates, da er ein „Hort des deutschen Militarismus“ und damit für den Ersten und Zweiten Weltkrieg verantwortlich gewesen sei. (Siehe hierzu auch Kriegsschulddebatte). Die Begründung des Kontrollratsbeschlusses verkannte die rechtsstaatlichen Traditionen des Landes ebenso wie die Tatsache, dass es in der Weimarer Republik bis zum Preußenschlag ein Bollwerk der Demokratie gewesen war.

Räumliche Entwicklung und Gliederung

Verwaltungsgliederung Preußens

Die hohenzollernschen Gebiete, für die sich nach 1701 allmählich der Name "Königreich Preußen" einbürgerte, bestanden Anfang des 18. Jahrhunderts aus den Landesteilen Brandenburg, Pommern, Preußen, Geldern, Kleve, Moers, Krefeld, Tecklenburg, Lingen, Minden, Mark, Ravensberg, Lippstadt, Magdeburg, Halberstadt, Neuenburg und Valangin. 1713 wurden die Landesteile in folgende Provinzen gegliedert: Mittel-, Ucker- und Altmark, Neumark-Pommern-Kassuben, Preußen, Geldern-Kleve, Minden-Mark-Ravensberg, Magdeburg-Halberstadt, Neuenburg (Land) und Valangin (Land). 1740 wurden die Provinzen in Kriegs- und Domänekammern überführt oder neu gegliedert. Auch deren Gestalt änderte sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrmals, als weitere Gebiete zu Preußen kamen. Provinz Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde der Staat Preußen mit der „Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden“ vom 30. April 1815 in zehn Provinzen eingeteilt (in Klammern die Hauptstadt), die mit Ausnahme von Ostpreußen, Westpreußen und Posen dem Deutschen Bund beitraten: # Provinz Brandenburg (Potsdam) # Provinz Ostpreußen (Königsberg) # Provinz Westpreußen (Danzig) # Provinz Pommern (Stettin) # Provinz Schlesien (Breslau) # Provinz Posen (Posen) # Provinz Jülich-Kleve-Berg (Köln) # Provinz Großherzogtum Niederrhein (Koblenz) # Provinz Westfalen (Münster) # Provinz Sachsen (Magdeburg) Seit 1822 bildeten die Provinzen „Jülich-Kleve-Berg“ und „Großherzogtum Niederrhein“ die Rheinprovinz mit der Hauptstadt Koblenz. 1829 wurden Ost- und Westpreußen zur „Provinz Preußen“ (Hauptstadt Königsberg) vereinigt. Damit verringerte sich die Zahl der Provinzen auf acht. 1849 verzichteten die Fürsten von Hechingen und Sigmaringen auf ihre Herrschaft, wodurch beide Fürstentümer an Preußen fielen. Sie wurden zum Regierungsbezirk Sigmaringen zusammen gefasst, der später auch als „Hohenzollernsche Lande“ bezeichnet wurde. 1853 erwarb Preußen von Oldenburg einen Landstrich an der Jade, auf dem ein Hafen angelegt wurde. 1869 erhielt dieses Gebiet zusammen mit der umliegenden Siedlung den Namen Wilhelmshaven und wurde der 1867 gebildeten Provinz Hannover angegliedert. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 annektierte Preußen das Königreich Hannover, das Kurfürstentum Hessen, das Herzogtum Nassau, die Fürstentümer Schleswig und Holstein sowie die Freie Stadt Frankfurt am Main. Aus diesen Gebieten wurden drei Provinzen gebildet:
- Provinz Hannover (Hannover)
- Provinz Hessen-Nassau (Kassel)
- Provinz Schleswig-Holstein (Kiel, 1879–1917 Schleswig) Preußen umfasste damit elf Provinzen. Die zahl erhöhte sich auf zwölf, als aus der Provinz Preußen zwei neue hervorgingen: „Ostpreußen“ und „Westpreußen“. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Preußen einige seiner Gebiete und wurde Freistaat. Die Provinz Posen wurde nahezu ganz an Polen abgetreten. Die Provinz Westpreußen kam überwiegend an Polen und an die Freie Stadt Danzig. Nur der östliche Teil Westpreußens blieb bei Preußen und wurde der Provinz Ostpreußen angegliedert. Die ebenfalls bei Preußen verbleibenden restlichen Gebiete von Posen und Westpreußen wurden 1922 zu einer neuen (zweigeteilten) Provinz vereinigt, die den Namen „Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen“ erhielt. Inzwischen waren 1919 die Provinz Schlesien in zwei Provinzen „Niederschlesien“ und „Oberschlesien“ aufgeteilt worden. Ein Jahr später schied Berlin aus dem Provinzialverband Brandenburg aus und bildete eine eigene Provinz. Ab 1922 bestand der Freistaat Preußen somit aus den folgenden 12 Provinzen (in Klammern die Gebietskörperschaften, denen die Gebiete der jeweiligen Provinzen heute entsprechen): 1922 # Berlin (Bundesland Berlin, Deutschland) # Provinz Brandenburg (Bundesland Brandenburg, Deutschland und Teil der Woiwodschaft Lebus, Polen) # Provinz Hannover (Teile der Bundesländer Niedersachsen und Hamburg, Deutschland) # Provinz Hessen-Nassau (Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz, Deutschland) # Provinz Ostpreußen (Oblast Kaliningrad, Russland; Woiwodschaft Ermland-Masuren und Teil der Woiwodschaft Pommern, Polen) # Provinz Pommern (Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, Woiwodschaft Westpommern, Polen) # Grenzmark Posen-Westpreußen (Teil der Woiwodschaft Großpolen, Polen) # Rheinprovinz (Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Deutschland) # Provinz Sachsen (Teil der Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen, Deutschland) # Provinz Niederschlesien (Woiwodschaft Niederschlesien und Teil der Woiwodschaft Lebus, Polen; Teil des Bundeslandes Sachsen, Deutschland) # Provinz Oberschlesien (Teil der Woiwodschaften Oppeln und Schlesien, Polen) # Provinz Schleswig-Holstein (Teile der Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg, Deutschland) # Provinz Westfalen (Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Deutschland) dabei als Teil der Rheinprovinz die so genannten
- Hohenzollernschen Lande (Teil des Bundeslandes Baden-Württemberg, Deutschland) 1938 wurden die beiden schlesischen Provinzen wieder vereinigt und die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen aufgelöst auf die Nachbarprovinzen Pommern, Brandenburg und Schlesien aufgeteilt. Somit bestand Preußen bis zu seiner formellen Auflösung 1947 nur noch aus elf Provinzen. Nicht berücksichtigt sind dabei die Teilungen der Provinzen Hessen-Na

1871

Ereignisse


- 11. März: Durch das Schulaufsichtsgesetz wird die kirchliche Schulinspektion im Deutschen Reich aufgehoben und diese der staatlichen Aufsicht unterstellt
- 8. bis 10. Oktober: Beim großen Brand in Chicago brennt fast die ganze Stadt nieder
- Die erste deutsche Freiwillige Feuerwehr, das „Freiwillige Lösch- und Rettungs-Corps“ Meißen, wird gegründet
- Auf Mauritius wird von der britischen Verwaltung ein Einwanderungsstopp für Inder verhängt
- Beginn einer wirtschaftlichen Blütezeit: Gründerjahre
- Der Ku Klux Klan wird das erste Mal verboten

Politik


- 18. Januar: König Wilhelm I. von Preußen wird im Spiegelsaal zu Versailles zum Kaiser ausgerufen: Gründung des Deutschen Reiches (Reichsgründung)
- 25. Januar: Paris wird beschossen
- 28. Januar: Paris kapituliert: Ende des Deutsch-Französischen Krieges
- 18. März: 28. Mai: erste sozialistische Revolution in Frankreich (siehe Pariser Kommune)
- 16. April: Die Reichsverfassung tritt in Kraft
- 10. Mai: Friedensverhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland in Frankfurt am Main enden mit dem Frieden von Frankfurt

Kultur


- 11. April: Uraufführung der Oper Mirjam von August Klughardt in Weimar
- James McNeill Whistler malt sein berühmtestes Werk, Whistler's Mother
- Gründung der Hochschule für Kunst und Design Helsinki

Geboren


- 2. Januar: Johann Gottfried Bischoff, Stammapostel der Neuapostolischen Kirche († 1960)
- 7. Januar: Émile Borel, französischer Mathematiker und Politiker († 1956)
- 19. Januar: Ludwig Maria Hugo, Bischof von Mainz († 1935)
- 4. Februar: Friedrich Ebert, erster Reichspräsident der Weimarer Republik († 1925)
- 7. Februar: Wilhelm Stenhammar, schwedischer Komponist, Pianist und Dirigent († 1927)
- 18. Februar: George Udny Yule, berühmter Statistiker († 1956)
- 21. Februar: Paul Cassirer, Verleger, Galerist († 1926)
- 25. Februar: Lesja Ukrainka, ukrainische Dichterin, Dramaturgin und Übersetzerin († 1913)
- 1. März: Oskar Heinroth, Ornithologe und Leiter des Berliner Aquariums († 1945)
- 4. März: Boris Grigorjewitsch Galerkin, sowjetischer Ingenieur und Mathematiker († 1945)
- 5. März: Rosa Luxemburg, Vertreterin der internationalen Arbeiterbewegung († 1919)
- 9. März: Arthur Fickenscher, US-amerikanischer Komponist († 1954)
- 9. März: Emil Rosenow, deutscher Schriftsteller († 1904)
- 14. März: Walter Stoeckel, deutscher Gynäkologe († 1961)
- 19. März: Maria von Vetsera, österreichische Adelige († 1889)
- 22. März: Franz Adam Beyerlein, deutscher Schriftsteller († 1949)
- 23. März: Maurice Garin, französischer Radrennfahrer († 1957)
- 25. März: Hermann Abert, deutscher Musikgelehrter († 1927)
- 27. März: Heinrich Mann, deutscher Schriftsteller († 1950)
- 28. März: Willem Mengelberg, niederländischer Dirigent († 1951)
- 12. April: Ioannis Metaxas, General und Politiker in Griechenland († 1941)
- 15. April: Jonathan Zenneck, deutscher Physiker und Funkpionier († 1959)
- 16. April: John Milington Synge, irischer Schriftsteller († 1909)
- 29. April: William Stern, deutscher Psychologe († 1938)
- 4. Mai: Salomo Friedlaender, Philosoph und Schriftsteller († 1946)
- 6. Mai: Christian Morgenstern, deutscher Dichter und Schriftsteller († 1914)
- 16. Mai: Victor Grignard, französischer Chemiker († 1935)
- 23. Mai: Käte Duncker, deutsche Politikerin († 1954)
- 25. Mai: Otto Dempwolff, deutscher Sprachwissenschaftler und Volkskundler († 1938)
- 27. Mai: Georges Rouault, französische Maler und Grafiker († 1958)
- 27. Mai: Oskar Picht, Erfinder der Blindenschreibmaschine († 1945)
- 30. Mai: Nándor Dáni, ungarischer Leichtathlet († 1949)
- 19. Juni: Alajos Szokolyi, ungarischer Leichtathlet und Olympiateilnehmer († 1932)
- 19. Juni: Fritz Hofmann, deutscher Leichtathlet und Olympiateilnehmer († 1927)
- 28. Juni: Sergei Nikolajewitsch Bulgakow, russischer Ökonom und orthodoxer Theologe († 1944)
- 8. Juli: Walter Breisky, österreichischer Politiker († 1944)
- 10. Juli: Marcel Proust, französischer Schriftsteller, Kritiker und Intellektueller († 1922)
- 17. Juli: Lyonel Feininger, deutsch-amerikanisch-französischer Karikaturist und Maler († 1956)
- 18. Juli: Giacomo Balla, italienischer Maler des Futurismus († 1958)
- 27. Juli: Ákos Buttykay, ungarischer Komponist († 1935)
- 27. Juli: Theodore Dreiser, US-amerikanischer Schriftsteller
- 27. Juli: Ernst Zermelo, deutscher Mathematiker († 1953)
- 11. August: Hermann Anders Krüger, deutscher Literaturhistoriker und Schriftsteller († 1945)
- 13. August: Karl Liebknecht, deutscher sozialistischer Politiker († 1919)
- 14. August: Guangxu, chinesischer Kaiser (Qing-Dynastie)
- 16. August: Sachari Paliaschwili, georgischer Komponist († 1933)
- 19. August: Orville Wright, US-amerikanischer Flugpionier und Flugzeugbauer († 1948)
- 29. August: Jack Butler Yeats, irischer Künstler († 1957)
- 30. August: Ernest Rutherford, englischer Atomphysiker, Nobelpreisträger († 1937)
- 8. September: Franz Karl Ginzkey, österreichischer Dichter und Schriftsteller († 1963)
- 14. September: Karl Joseph Schulte, Erzbischof des Erzbistums Köln († 1941)
- 19. September: Ernst Poensgen, deutscher Großindustrieller († 1949)
- 23. September: Frantisek Kupka, tschechischer Maler († 1957)
- 24. September: Charlotte Dod, britische Tennisspielerin († 1960)
- 28. September: Pietro Badoglio, italienischer Politiker und Regierungschef († 1956)
- 2. Oktober: Cordell Hull, Außenminister der USA und Nobelpreisträger († 1955)
- 7. Oktober: